Brandschutz in der Praxis

Zum betrieblichen Brandschutz gehört weit mehr als ein paar Feuerlöscher und ein Rettungswegeplan. Eine Fülle von Maßnahmen sichert Menschen und Unternehmen ab. Denn Brände können für die Mitarbeiter tödlich enden und stellen auch für die Existenz des Unternehmens eine sehr ernste Gefahr dar.

Für eine erste Übersicht hat die WENZA EWIV deshalb eine Checkliste für den betrieblichen Brandschutz zusammengestellt.

1. Baulicher Brandschutz

  • feuerbeständige Wände und Decken
  • Brandschutzverglasungen
  • Bildung von Brandabschnitten
  • Feuer- und Rauchschutzabschlüsse: Brandschutztüren, Brandschutztore, Feststellanlagen, Brandschutzklappen
  • Rauch- und Wärmeabzugsanlagen
  • Absicherung der Feuerüberschlagswege in Wand- und Deckendurchbrüchen für Rohr- und Kabelleitungen durch Schottsysteme
  • Brandschutz-Beschichtungen

Diese Maßnahmen sind wichtig, denn der Brandschutz muss auch während Bau- und Instandsetzungsarbeiten jederzeit gewährleistet sein.

2. Feuerlösch- und Brandmeldeeinrichtungen

  • Brandmeldeanlage installieren
  • Brandmeldeanlagen regelmäßig überprüfen
  • ausreichendes Löschgerät beschaffen
  • Löschgerät jederzeit gut sichtbar sowie leicht zugänglich bereitstellen und funktionsbereit halten
  • Standorte der Löschgeräte und Brandmeldeeinrichtungen kennzeichnen

3. Organisatorischer Brandschutz

  • Brandschutzordnung Teil A, B und C erstellen, veröffentlichen und beachten
  • Brandschutzbeauftragten bestellen
  • Alarmplan erstellen, veröffentlichen und unterweisen
  • Notrufnummern von Feuerwehr, Polizei, Unfallarzt und Unfallkrankenhaus auf jedem Telefon verzeichnen und speichern
  • Brandschutzhelfer aus- und fortbilden
  • Schweißen, Löten oder Trennen nur mit Erlaubnisschein

4. Flucht- und Rettungswege

  • Flucht- und Rettungswegeplan erstellen und aushängen
  • Flucht- und Rettungsplan unterweisen
  • Kennzeichnungen von Flucht- und Rettungswegen sowie Notausgängen regelmäßig kontrollieren
  • Notausgänge nicht verschließen
  • Notausgänge von außen nicht zustellen
  • Türen im Fluchtweg sollten in Richtung des Fluchtweges schlagen
  • Fluchtwege nicht verstellen und von Brandlasten freihalten
  • Sammelpunkt kennzeichnen und freihalten – der Sammelpunkt ist kein Parkplatz.

Achtung: Flucht- und Rettungswege sind gleichzeitig Angriffswege für die Feuerwehr.

5. Löschwasserversorgung

  • Zufahrtswege für die Feuerwehr freihalten
  • Stellflächen für die Löschfahrzeuge freihalten
  • Löschwasserstellen – Hydranten und offenes Gewässer – auch im Winter funktionsfähig halten
  • Fahrzeuge nicht auf Unterflurhydranten abstellen

6. Personenunterweisung und Brandschutzübungen

  • Brandschutzordnung A und B unterweisen und an die Mitarbeiter verteilen
  • jährliche Unterweisung der Mitarbeiter über richtiges Verhalten im Brandfall
  • praktische Übungen mit Feuerlöschern und Wandhydranten durchführen
  • jährliche Räumungsübungen durchführen

7. Zündquellen und Feuerbrücken vermeiden

  • Rauchverbot einführen und beachten
  • Nutzung von offenem Feuer verbieten
  • elektrische Geräte und Anlagen regelmäßig warten und prüfen
  • elektrostatische Aufladungen erkennen und erden
  • Maschinen regelmäßig warten und reinigen
  • Lagerung von brennbaren Flüssigkeiten nur in dafür geeigneten Räumen
  • Selbstentzündungsmöglichkeiten von chemischen Reaktionen erkennen
  • Brandschutz bei feuergefährlichen Arbeiten sicherstellen
  • Lagerung von brennbarem Material in nicht gesicherten oder nicht überwachten Bereichen vermeiden

8. Unterstützung der Feuerwehr

  • Feuerwehrplan in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr erstellen
  • durch einen Feuerwehr-Schlüsselkasten den Zugang stets gewährleisten
  • durch regelmäßige Begehungen der Feuerwehr Ortskenntnisse vermitteln
  • Zugänge zu den Gebäuden, zur Brandmeldezentrale und zu den Wasserentnahmestellen kennzeichnen
  • ein gut zugängliches aktuelles Gefahrstoffverzeichnis bereithalten
  • Zufahrtswege und Bewegungsflächen für Feuerwehr kennzeichnen

9. Instandhaltung der Brandschutzeinrichtungen und -anlagen

  • jährliche brandschutztechnische Begehungen in allen Betriebsräumen
  • in regelmäßigen Abständen sämtliche Brandschutzeinrichtungen und -anlagen von qualifizierten Fachfirmen prüfen und warten lassen

10. Versicherungen

  • Fachliche Beratung der Sachversicherer nutzen
  • Versicherungsbedingungen den betrieblichen Verhältnissen anpassen, insbesondere bei wesentlichen Änderungen in den betrieblichen Verhältnissen
  • technische und organisatorische Verbesserungen im Brandschutz an den Versicherer melden

Diese Checkliste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit und muss an die Erfordernisse jedes Unternehmens angepasst werden. Wenn Sie Ihren Brandschutz überprüfen und auf den neuesten Stand bringen möchten, helfen Ihnen die Experten der WENZA EWIV gern.
Sprechen Sie uns an!

Kategorien: Brandschutz Beauftragter, Feuerlöscher