Gefährdungen bei Alleinarbeit richtig beurteilen

„Wenn eine Person allein, außerhalb von Ruf- und Sichtweite zu anderen Personen, Arbeiten ausführt“, dann spricht man von Alleinarbeit. So definiert es das Regelwerk der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Alleinarbeit zieht sich durch sämtliche Branchen: In der Industrie durch gesteigerte Automatisierung und den vermehrten Einsatz von Maschinen, im Handwerk, im öffentlichen Dienst oder im Gesundheitswesen, um nur einige Beispiele zu nennen.

Alleinarbeit ist demnach keinesfalls selten, fast jeder Beschäftigte ist in seinem Arbeitsalltag von Zeit zu Zeit auf sich allein gestellt. Eine solche Arbeitssituation birgt jedoch höhere Risiken als die Arbeit im Team. Denn die Tatsache, dass hauptsächlich ohne direkten Kontakt zu Kollegen gearbeitet wird, macht Alleinarbeiter angreifbarer. Bei einem medizinischen Notfall laufen sie Gefahr, dass nicht schnell genug Hilfe geleistet werden kann. Alleinarbeit erfordert dementsprechend eine detaillierte Gefährdungsbeurteilung, um diesen Risiken entgegenwirken zu können. Die Tätigkeiten, die allein ausgeführt werden sollen, werden dabei genau untersucht und in drei Gefährdungsstufen unterteilt:

1. Geringe Gefährdung
Alltägliche Gefährdungen, die dem allgemeinen Lebensrisiko entsprechen, bei denen zu erwarten ist, dass die Einzelperson im Notfall selbst handlungsfähig bleibt.

2. Erhöhte Gefährdung
Bei erhöhter Gefährdung geht man davon aus, dass die Einzelperson im Notfall nur noch eingeschränkt handlungsfähig bleibt.

3. Besondere Gefährdung
Bei besonderer Gefährdung geht man davon aus, dass die Einzelperson im Notfall nicht mehr handlungsfähig ist.

Arbeitsschutz von Alleinarbeitenden erfordert – je nach Gefährdungsstufe – besonders intensive Fürsorge. So sollten deshalb beispielsweise folgende Fragen in der Gefährdungsbeurteilung beachtet werden:

  • Haben Alleinarbeitende im Betrieb jederzeit Verbindung zu einem Telefon oder Funkalarm?
  • Werden Gefährdungen und wahrscheinliche Verletzungen, die bei einem Unfall entstehen könnten, ermittelt und dokumentiert?
  • Sind die alleinarbeitenden Mitarbeiter ausreichend informiert, was bei einer solchen Notsituation zu tun ist?
  • Wie oft wird der Wissenstand der alleinarbeitenden Mitarbeiter kontrolliert?

Haben Sie Beschäftigte, die allein arbeiten? Benötigen Sie Hilfe bei der Erstellung der entsprechenden Gefährdungsbeurteilungen? Dann wenden Sie sich jederzeit an uns – wir unterstützen Sie gerne!

Kategorien: Arbeitsschutz