Mutterschutz 2018: Was müssen Arbeitgeber wissen?

Seit dem 01.01.2018 findet das Gesetz zur Neuregelung des Mutterschutzes in Deutschland Anwendung. Es soll den bestmöglichen Gesundheitsschutz für schwangere und stillende Frauen in allen Arbeitsgruppen gewährleisten. Was hat sich geändert?

Bisher galt der Mutterschutz nur für Frauen, die in einem Angestelltenverhältnis zum Arbeitgeber standen. Nun wird dieser Kreis erheblich ausgeweitet auf:

  1. Frauen in betrieblicher Berufsausbildung und Praktikantinnen im Sinne von § 26 des Berufsbildungsgesetzes
  2. Frauen mit einer Behinderung, die in einer entsprechenden Werkstatt beschäftigt sind
  3. Frauen, die wegen ihrer wirtschaftlichen Unselbstständigkeit als arbeitnehmerähnliche Personen anzusehen sind, jedoch ohne Anspruch auf finanzielle Leistungen
  4. Schülerinnen und Studentinnen, soweit die Ausbildungsstelle Ort, Zeit und Ablauf der Ausbildungsveranstaltung verpflichtend vorgibt

Maßnahmen zur Weiterbeschäftigung vorgeschrieben

In der Vergangenheit waren Arbeitnehmerinnen bestimmter Berufsgruppen, zum Beispiel Ärztinnen, Laborantinnen, Fachangestellte für Bäderbetriebe, während der Schwangerschaft zumindest teilweise einem Berufsverbot ausgesetzt, weil die Arbeitgeber keine Risiken eingehen wollten und eine Umgestaltung der Arbeitsplätze oft als zu aufwendig und kostenintensiv betrachtet wurden. Durch die Neuregelung des Mutterschutzes sind Arbeitgeber nun verpflichtet, zuerst Maßnahmen zu ergreifen, um die Weiterbeschäftigung zu ermöglichen. Neben Vorkehrungen zur Umgestaltung der Arbeitsplätze muss auch geprüft werden, ob ein Arbeitsplatzwechsel überhaupt infrage kommt.

Doch nicht nur in diesem Sinne bekommen Frauen mehr Freiraum während der Schwangerschaft oder Stillzeit. Zwar bleiben Sonn- und Feiertagsarbeiten weiterhin grundsätzlich verboten, jedoch sind branchenunabhängig Ausnahmen denkbar. Außerdem ist es in bestimmten Berufen erlaubt, auch in der Zeit zwischen 20:00 und 22:00 Uhr zu arbeiten.

Selbst Mehrarbeit kann der Arbeitgeber anordnen, sofern die Arbeitnehmerin nicht mehr als achteinhalb – oder bei minderjährigen Frauen acht – Stunden täglich oder 90 – bei minderjährigen Frauen 80 – Stunden in einer Doppelwoche arbeitet. Voraussetzung dafür ist neben der Einwilligung der Betroffenen eine Bestätigung des Arztes, dass von diesen Arbeitszeiten keine Gefahr für Mutter und Kind ausgeht.

Neue Schutzfristen

Durch die Neuerungen im Mutterschutzgesetz steht Frauen nach Mehrlings- oder Frühgeburten sowie nach der Geburt eines Kindes mit Behinderung eine verlängerte Schutzfrist von bis zu zwölf Wochen zu. Mütter, die ihr Kind verloren haben, dürfen, soweit aus medizinischer Sicht nichts dagegenspricht, bereits nach zwei Wochen wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren.

Neu ist auch der Kündigungsschutz von Frauen, die eine Fehlgeburt nach dem dritten Schwangerschaftsmonat erlitten haben. Diese dürfen bis zu vier Monate nicht gekündigt werden.

Wenn Sie mehr über den neuen Mutterschutz wissen möchten, sprechen Sie uns an!

Kategorien: Arbeitsschutz

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